31. Juli 2015 15:30h Rampart Creek Campground
Die Romantik hat uns gepackt. Wir stehen um 04:00h auf um die Sterne und den Sonnenaufgang zu sehen. Es klappt beides nicht, denn es ist Vollmond und bis die Sonne sich über die Berge erhebt dauert es einige Stunden. Aber die Dämmerung erleben wir und das schwache Licht erhellt diesen Ort, vertreibt die Dunkelheit, die Kälte, ein neuer Tag, ein schöner Tag.

Wir fahren früh los um rechtzeitig am nächsten Campground zu sein, denn Plätze sind, wie wir erfahren haben, Mangelware. Als die Sonne die Strasse mit ihren ersten Strahlen erreicht, wärmen wir uns daran auf, sonnen uns einen kurzen Augenblick. Der Aufstieg zum Icefield Center ist steil, steiler als gedacht, etwas zu steil für unsere Gangschaltung. Es ist ein Kraft- und Willensakt. Absteigen, kapitulieren, aufgeben und das Velo stossen, dafür haben wir beide einen zu grossen Dickschädel. Das Icefield Center passt so gar nicht in den Nationalpark, mit riesigen Spezialbussen werden Touristen auf dem Gletscher herum gefahren, ja richtig gehört, die Busse fahren direkt auf dem Gletscher. So etwas sollte in einem Nationalpark nicht möglich sein, kleine Kritik. Das alles kümmert uns wenig, denn Kaffee und Zucker brauchen unserer Körper jetzt. Beides gibt es hier und ich merke wie ausgepowert ich bin. Nach dem Recharching sind die ca 40km zum Rampart Creek „a piece of cake“. Einen Platz zu finden ist heute kein Problem. Wir waschen unsere gestählten Körper im Fluss, wobei gestählt, ich muss zugeben das Wasser war Saukalt. Zu mehr als Katzenwäsche konnte ich mich nicht überwinden, eine richtige Memme eben.
